Aktiv für hitzeresistente Gemeinden

Möchtest du, dass deine Gemeinde sich auf zukünftige Hitzewellen vorbereitet? Wenn du konkret aktiv werden möchtest und dich dafür einsetzen willst, dass deine Gemeinde die ihr zur Verfügung stehenden Hebel nutzt: Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir dabei hilft, lokal etwas zu bewegen.

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Erster Schritt: Die Situation in deiner Gemeinde verstehen

Jede Gemeinde hat eine andere Ausgangslage: Wie viel Aufholbedarf besteht, hängt einerseits davon ab, wie viele bebaute Gebiete (Siedlungsgebiete, Strassenflächen) die Gemeinde hat, da dort der Hitzeinseleffekt entsteht. Andererseits unterscheiden sich auch die geplanten und die bereits umgesetzten Massnahmen.

Bevor du aktiv wirst, ist es daher wichtig, die Situation in deiner Gemeinde genau zu verstehen.

Wirf einen Blick auf die Karte und die Daten

Die Karten von OK Klima geben dir einen ersten Eindruck von der Situation in deiner Gemeinde. Schau dir dazu die folgenden Indikatoren an:

Ist die Bewertung für einen der Indikatoren ungenügend, ist dies ein guter Hinweis darauf, dass hier zusätzliche Massnahmen nötig sind. Um herauszufinden, was bereits getan wird, um die Situation zu verbessern, nimm Kontakt mit der Gemeinde auf.

Zusätzliche Hintergrundinformationen zum Thema und zu den Daten findest du hier. 

Brauchst du Unterstützung?

Fragen oder Beratung benötigt? Ob du eine Freiwilligengruppe organisieren, deine Gemeinde verstehen oder eine konkrete Massnahme lancieren möchtest – unsere Coaches begleiten dich individuell. Melde dich jetzt für ein Coaching an und bring die Mobilisierung voran!

Frage bei deiner Gemeinde weitere Informationen an

Unsere Analyse hat ihre Grenzen, da sie ausschliesslich auf den aktuellsten öffentlich zugänglichen Daten basiert.

Womöglich hat sich die Situation seit der letzten Erhebung verändert. Oder deine Gemeinde hat bereits wirksame Massnahmen ergriffen und ist somit auf einem guten Weg, dass sich die Situation künftig verbessern wird. Vielleicht kann sie auch genauer erklären, warum gewisse Massnahmen (noch) nicht umgesetzt werden können. Schreib deiner Gemeinde, um mehr zu erfahren!

Du kannst für diesen Schritt deine bestehenden Kontakte nutzen, falls du beispielsweise Personen in einem politischen Amt kennst. Sie können ein guter erster Ansatzpunkt sein, um in einem informellen Gespräch zusätzliche Informationen zu erhalten, bevor du einen Brief schreibst. Falls du keinen solchen Kontakt hast, kein Problem: Du kannst unser Musterschreiben nutzen oder dich an uns wenden.

Melde dich jetzt an, um weitere Unterstützung zu erhalten und dich mit anderen engagierten Menschen zu vernetzen. 

Nutze unsere Vorlage für deine Anfrage

Schreibe deiner Gemeinde per E-Mail oder Brief: Nutze diese Vorlage und passe sie an die lokalen Gegebenheiten an.

Zweiter Schritt: Werde aktiv!

Sobald du dir einen Überblick über die Situation in deiner Gemeinde verschafft hast, ist es an der Zeit,selber aktiv zu werden! Das Ziel? Deine Gemeinde hitzeresistenter gestalten.

Selbst aktiv werden: Begrüne deine Umgebung

Grünflächen und insbesondere Bäume sind sehr effektiv darin, ihre Umgebung abzukühlen. Auf einer Rasenfläche beträgt der Kühlungseffekt durchschnittlich 4 °C, je nach Grösse der Baumkrone in einem Umkreis zwischen 7 und 20 Metern. Über einer Asphaltfläche kühlt er immerhin noch rund 2 °C. Hinzu kommt, dass Bäume eine Menge Kohlenstoff brauchen. Somit entziehen sie der Atmosphäre das CO2 und haben auch eine dämpfende Wirkung auf den Klimawandel.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, selbst etwas zu tun. Die Stadt Bern informiert auf ihrer Webseite über eine Sammlung von Massnahmen, um selbst zu einem kühleren Stadtklima beizutragen.

Hier findest du die Übersicht sowie zusätzliche Informationen zur für dich am besten geeigneten Massnahme: 

  • Grüne Fassaden
  • Begrünte Dächer
  • Bäume pflanzen und erhalten
  • Balkonbegrünung
  • Grünräume rund ums Haus
  • etc. 

Sprich Personen in deinem privaten Umfeld, deine Genossenschaft, deinen Arbeitgeber oder die Schule darauf an und überzeuge sie, einen Baum zu pflanzen. Biete ihnen an, sie dabei zu unterstützen.

Damit die Bäume und Stäucher ihre Rolle im Ökosystem spielen können, ist es wichtig, einheimische und lokale Bäume und Sträucher zu bevorzugen. Auch die Auswahl der richtigen Grösse und des richtigen Standorts sind entscheidend. Informationen zu den Planungsschritten und zu verschiedenen Baum- und Sträuchersorten findest du hier: Bäume und Sträucher im Siedlungsraum (Bird LIfe). Informiere dich auch bei deiner Gemeinde, ob es allenfalls Beratungsangebote gibt.

Ein Projekt der WWF-Regionen Basel und Ostschweiz unterstützt derzeit mit Fachwissen, WWF-Freiwilligen sowie einer finanziellen Starthilfe beim Entsiegeln privater Böden. 

Weitere Informationen :

Setze dich für eine grünere Gemeinde ein!

Wir fordern von Gemeinden, dass sie Massnahmen ergreifen, um die Anzahl Bäume auf dem Gemeindegebiet zu erhöhen. Hier sind einige mögliche Maßnahmen.

Selbst Bäume Pflanzen

Eine konkrete Planung mit Budget verabschieden, um selbst Bäume zu pflanzen.

  • Die Stadt Winterthur hat bereits erfolgreich 1000 Bäume gepflanzt.
  • In Yverdon-les-Bains wurden im Rahmen eines sogenannten «micro-fôret» rund 600 Bäume gepflanzt.

Privatpersonen finanziell unterstützen

Geld sprechen, um die private Pflanzung von Bäumen zu unterstützen.

  • Ein Förderprogramm der Stadt St. Gallen soll Privatpersonen dazu motivieren, neue Bäume zu pflanzen.
  • In Chêne-Bougeries (GE) sollen im Rahmen des Programms « +1’000 arbres » innerhalb von 10 Jahren 1000 Bäume auf privaten und öffentlichen Flächen gepflanzt werden, wofür Privatpersonen mittels einer Subvention unterstützt werden.

Regulatorische Vorgaben

Sensibilisierung

  • Ein Brief an die Hausbesitzer:innen. Die Stadt Bern hat beispielsweise in der Vergangenheit einen Brief an alle Hausbesitzer:innen verschickt, um über das Solarpotenzial zu informieren.

Weitere Ideen für dein Engagement

Neben den hier vorgestellten Vorschlägen kannst du auch unsere Aktionsbox erkunden. Sie enthält konkrete Ansätze, die dir dabei helfen, in deiner Gemeinde etwas zu bewegen.

Handle jetzt und entsiegle deine Stadt!

Wir fordern von Gemeinden, dass sie Massnahmen ergreifen, um Parkplatzflächen und Plätze zu entsiegeln. Hier sind einige Handlungsoptionen:

Ein konkretes Entsiegelungsprojekt lancieren

Private Initiativen unterstützen

  • Mehrere Städte und Regionen, wie Winterthur, bieten über die «Asphaltknacker» (ein spezialisiertes Team für Asphaltabbruch) kostenlose Beratungen an.  
  • In Lausanne wurde der «Place du Vallon» dank einer Zusammenarbeit zwischen der Quartiervereinigung und der Gemeindeverwaltung entsiegelt.

Vorschriften erlassen

  • In Reinach (BL) schreibt eine Bestimmung der Zonenordnung (Art. 24) vor, dass Parkplätze wasserdurchlässig gebaut werden müssen. Bei grossen Parkplätzen ist zudem die Pflanzung von standortgerechten Bäumen obligatorisch. 
  • In Pully (VD) gilt der Grundsatz, dass mindestens die Hälfte jedes Grundstücks im gesamten Gemeindegebiet in seinem natürlichen Zustand belassen werden muss.

Sensibilisieren

  • Ein Schreiben an Eigentümer versenden. Die Stadt Bern hat beispielsweise bereits alle Immobilienbesitzer angeschrieben, um sie über das Solarpotenzial ihrer Dächer zu informieren.

Mobilisiere weitere Menschen!

Willst du weitere Menschen dazu mobilisieren, sich für dieses oder andere Themen einzusetzen? Hier kannst du Vorlagen für Plakate und Flyer herunterladen.