Unsere politische Vision
OK Klima macht Klimapolitik auf kantonaler und kommunaler Ebene sichtbar. Mit einer auf unserer politischen Vision basierenden Bewertung heben wir ungenutzte politische Hebel hervor und schlagen Wege für eine effektive Klimapolitik vor. Unsere Vision: Gemeinden und Kantone, die bis 2035 das Ziel Netto-Null erreichen, sozial gerecht und im Rahmen der planetaren Grenzen.
Die politische Vision nach Bereichen:
Governance, Mobilität, Gebäude, Energie, Ernährungssystem und Grünflächen, Wirtschaft, Konsumgüter und Freizeit, Finanzen
Was bedeutet Netto-Null ?
Das «Netto-Null-Ziel» bedeutet, dass nicht mehr Treibhausgasemissionen ausgestossen werden dürfen, als die Umwelt wieder aufnehmen kann. Konkret bedeutet dies, dass alle vermeidbaren direkten und indirekten THG-Emissionen auf null reduziert werden müssen. Die verbleibenden Emissionen müssen kompensiert werden können.
Nur wenn das bis 2035 gelingt, kann die Schweiz einen echten Beitrag zum Pariser Klimaabkommen leisten, damit wir die globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzen können. OK Klima orientiert sich am Ziel der Klima-Allianz, bis 2035 Netto-Null zu erreichen, und nicht am Ziel der Schweiz, die erst bis 2050 klimaneutral sein will und auch dafür noch nicht auf Kurs ist.
Damit das Netto-Null-Ziel erreicht werden kann, braucht es ein Zusammenspiel von Massnahmen auf allen drei Staatsebenen, Bund, Kantone und Gemeinden. OK Klima fokussiert auf die Gemeinde- und Kantonsebene. Und natürlich ist die umfassende Beteiligung der Wirtschaftsakteure und der Bevölkerung unerlässlich.
Wozu dient die Vision?
Die Kriterien für die Bewertung von OK Klima werden auf Basis der politischen Vision festgelegt. Für jeden Bereich, den wir untersuchen, definieren wir eine Idealvorstellung, nach der die Kantone und Gemeinden streben sollen, die zu erreichenden Ziele sowie eine Liste spezifischer Indikatoren. Diese ermöglichen es, die Lücke zwischen der aktuellen Situation und den gesetzten Zielen zu bewerten.Die bereichsspezifische Vision wurde in Zusammenarbeit mit den thematischen Expert:innen unter den Mitgliedern der Klima-Allianz definiert.
Die Leitprinzipien
Die folgenden Prinzipien werden nicht unbedingt systematisch durch spezifische Indikatoren abgebildet, stellen jedoch die Grundlage unseres Ansatzes dar:
Einhalten der planetaren Grenzen
Die planetaren Grenzen wurden 2009 von Johan Rockström4 identifiziert. Es handelt sich um Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, um das Leben auf der Erde innerhalb von funktionierenden Ökosystemen zu erhalten.
Suffizienz
Suffizienz zielt darauf ab, den Verbrauch von Ressourcen auf individueller, gesellschaftlicher und institutioneller Ebene zu reduzieren, wobei gleichzeitig die Bedürfnisse zu Sicherung des menschlichen Wohlergehens priorisiert werden.5
Gerechte Transformation
Vulnerable Personen werden in Veränderungsprozessen unterstützt und die Transformation ermöglicht es allen Menschen, ihre Grundbedürfnisse (Nahrung, Wohnen, Gesundheit, Mobilität, Unterhaltung, Bildung) zu befriedigen und sich im Rahmen der planetaren Grenzen zu entfalten.6
Klimagerechtigkeit
Personen, Personengruppen und Länder, die am stärksten zur Klimaerwärmung und zum Verlust der Biodiversität beitragen, tragen auch am stärksten zu den Lösungen bei. Auch die nachfolgenden Generationen sollen in einer intakten Umwelt leben können.7
Klimaanpassung
Es werden Massnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung und des Verlusts der Biodiversität abzumildern sowie das menschliche Handeln und dessen Auswirkungen zu regulieren.8
4 Rockström, J., Steffen, W., Noone, K. et al. A safe operating space for humanity. Nature 461, 472–475 (2009). https://doi.org/10.1038/461472a
5 Pittet, A. (2024). La sobriété, une démarche systémique basée sur l’innovation sociale. Publications du Centre de compétences en durabilité (CCD), UNIL. https://www.unil.ch/files/live/sites/unil/files/02-universite/0204-organisation/020404-unites-et-services/CCD/Publications/Synthese_VF_xs.pdf
6 https://www.justtransition.be/fr/transition-juste
7 Positionspapier der Klima-Allianz zur Klimagerechtigkeit: https://www.klima-allianz.ch/wp-content/uploads/KA_Positionspapier_DE_RZ4.pdf
8 Gloassar des IPCC : https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/11/sr15_glossary.pdf
Die politische Vision nach Bereichen
Governance
Governance beschreibt politische Entscheidungsprozesse auf kantonaler und kommunaler Ebene. Ziel ist es, Klimaschutz und Biodiversität zur Priorität zu machen, transparente Beteiligung zu gewährleisten und die nötigen Ressourcen bereitzustellen.
Mobilität
Mobilität umfasst den Personen- und Güterverkehr zu Land. Ziel ist, Emissionen zu senken durch weniger Autoverkehr, mehr aktive Fortbewegung, gute ÖV-Angebote und sichere, autofreie Infrastrukturen.
Gebäude
Dieser Bereich betrifft die Emissionen aus dem Bau und der Nutzung von Gebäuden. Ziel ist ein energieeffizienter, flächensparender Gebäudebestand mit erneuerbarer Energie und nachhaltigen Materialien.
Energie
Hier geht es um Energieproduktion und -verteilung. Ziel sind ein fossilfreier Energiemix, der Ausbau erneuerbarer Quellen und die sparsame Nutzung in allen Bereichen – für eine klimaneutrale Energieversorgung.
Ernährungssystem und Grünflächen
Dieser Bereich umfasst Landwirtschaft, Ernährung und städtische Grünflächen. Ziel ist ein ökologisches System, das die Biodiversität schützt, lokale Wertschöpfung stärkt und gesunde Ernährung fördert.
Wirtschaft
Der Bereich Wirtschaft meint die Produktion und Logistik von Gütern und Dienstleistungen. Ziel ist ein langfristig nachhaltiges Wirtschaftssystem.
Konsumgüter und Freizeit
Dieser Bereich beleuchtet den Ressourcenverbrauch durch Konsum und Freizeitverhalten. Ziel ist ein klimaverträglicher Konsum mit nachhaltigen Produkten, bewusster Freizeitgestaltung und die Reduktion des Flugverkehrs.
Finanzen
Der Bereich Finanzen betrifft die Investitionen von Banken und Pensionskassen. Ziel ist der Ausstieg aus fossilen Anlagen und eine solidarische Finanzierung der globalen Transformation.