Aktiv für eine kommunale Energieplanung
Möchtest du dich dafür einsetzen, dass deine Gemeinde eine kommunale Energieplanung verabschiedet? Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir dabei hilft, in deiner Gemeinde etwas zu bewegen.
Erster Schritt: Die Situation in deiner Gemeinde verstehen
Jede Gemeinde hat eine andere Ausgangslage: Einige verfügen bereits über eine umfassende Energieplanung, in anderen fehlen entsprechende Analysen und Massnahmen ganz oder teilweise.
Bevor du aktiv wirst, ist es daher unerlässlich, die Situation in deiner Gemeinde genau zu verstehen.
Wirf einen Blick auf die Karte und die Daten
Mit Hilfe von Freiwilligen haben wir öffentlich zugängliche Informationen für alle Schweizer Gemeinden mit mehr als 15'000 Einwohner:innen gesammelt. Basierend auf diesen Daten haben wir eine Bewertung erstellt. Sie zeigt dir, wie weit deine Gemeinde im Vergleich zu anderen ist und wie viel Handlungsbedarf noch besteht.
Schau dir die Bewertungen, die Erklärungen zu den einzelnen Kriterien und die Bewertungsskala an, um zu verstehen, wo deine Gemeinde steht.
Du möchtest mehr erfahren? Kontaktiere uns für weitere Informationen, weiterführende Quellen oder Unterstützung bei der Analyse deiner Daten.
Was tun, wenn es für meine Gemeinde keine Daten gibt?
Falls OK Klima noch keine Daten für deine Gemeinde hat, kannst du die Sache selbst in die Hand nehmen! Recherchiere selbst, ob deine Gemeinde bereits über eine Energieplanung verfügt und welche Kriterien diese erfüllt.
Wo suchen?
- Im Internet: Nutze gezielte Suchbegriffe wie «Energieplanung», «Richtplan Energie» oder «Energiestrategie». Nicht in jeder Gemeinde heisst das gesuchte Dokument «Energieplanung». Die Energieplanung kann beispielsweise auch in der Klimastrategie enthalten sein.
- Auf der Website deiner Gemeinde: Schau dir die Rubriken zu Themen wie z.B. Klima, Umwelt, Energie oder Nachhaltigkeit an. Oder verwende die Suchfunktion der Webseite mit den oben genannten Begriffen.
Brauchst du Hilfe bei der Suche? Melde dich ungeniert bei uns!
Frage bei deiner Gemeinde weitere Informationen an
Unsere Analyse hat ihre Grenzen, da sie ausschliesslich auf öffentlich zugänglichen Daten basiert – etwa von der Website der Gemeinde, aus politischen Vorstössen oder Strategiedokumenten.
Womöglich tut deine Gemeinde bereits mehr, als sie öffentlich kommuniziert. Vielleicht kann sie auch genauer erklären, warum gewisse Massnahmen (noch) nicht umgesetzt werden können. Schreib deiner Gemeinde, um mehr zu erfahren!
Nutze unsere Vorlage für deine Anfrage
Schreibe deiner Gemeinde per E-Mail oder Brief: Nutze diese Vorlage und passe sie an die lokalen Gegebenheiten an.
Zweiter Schritt: Werde aktiv!
Sobald du dir einen Überblick über die Situation in deiner Gemeinde verschafft hast, ist es an der Zeit, dich einzubringen! Das Ziel? Eine kommunale Klimapolitik, die in einer Klimastrategie mit konkreten Massnahmen festgehalten und geplant wird.
Ein parlamentarischer Vorstoss
Falls deine Gemeinde ein Parlament hat, kannst du ein Ratsmitglied bitten, einen Vorstoss (z. B. Interpellation, Postulat oder Motion) einzureichen. Dies hilft, offizielle Informationen zu erhalten und die Debatten im Parlament voranzutreiben. Wir können dir für verschiedene Themen Mustervorstösse zur Verfügung stellen:
- Räumliche Energieplanung: falls deine Gemeinde noch keine Energieplanung hat.
- Aktualisierung der räumlichen Energieplanung: falls deine Gemeinde bereits eine Energieplanung hat, diese jedoch veraltet ist.
- Heizungsersatz Gemeindegebäude: falls deine Gemeinde bereits eine gute Energieplanung hat, aber noch keine Massnahmen im Bereich der Vorbildfunktion umsetzt.
- Stilllegung des Gasnetzes: falls deine Gemeinde bereits eine gute Energieplanung hat, aber noch nicht den Gasausstieg beschlossen hat.
Dialog mit Exekutiv- oder Parlamentsmitgliedern
Kontaktiere direkt Politiker:innen. Ein informeller Austausch bei einem Kaffee oder per gezielter E-Mail ist oft der beste Weg für den Anfang. Dieser Weg eignet sich insbesondere, wenn noch keine Energieplanung vorhanden ist.
Du weisst nicht, wo du anfangen sollst? Wir können dir helfen, die wirkungsvollste Aktion auszuwählen, sie umzusetzen und dich mit Fachpersonen zu vernetzen. Kontaktiere uns und schildere uns deine Situation!
Weitere Ideen für dein Engagement
Ergänzend zu den Vorschlägen für eine kommunale Energieplanung kannst du auch unsere Aktionsbox erkunden. Sie enthält konkrete Ansätze, die dir dabei helfen, in deiner Gemeinde etwas zu bewegen.
Welche konkreten Forderungen stellen?
Wir wollen erreichen, dass möglichst viele Gemeinden die Energiewende vorantreiben und die dafür nötigen Analysen und Massnahmen in einer Energieplanung festhalten.
Die Begebenheiten in einer Gemeinde können sich immer wieder ändern, weshalb eine Energieplanung regelmässig aktualisiert werden muss. Von Gemeinden mit einer veralteten Energieplanung fordern wir deshalb, dass sie diese erneuern.
Analyse
Zu einer räumlichen Energieplanung gehören in einem ersten Teil eine Standortbestimmung. Dabei wird analysiert, wie viel Energie aus welchen Quellen und für welche Zwecke die Gemeinde verbraucht und welche CO2-Emissionen daraus resultieren. Dazu gehört auch der Stromverbrauch. In einer Potenzialanalyse wird untersucht, wie viel ungenutztes Energiepotenzial es auf dem Gemeindegebiet noch gibt (z.B. ungenutzte Abwärme). Wie ausführlich Standortbestimmung und Potenzialanalyse sein sollten, hängt von der Grösse der Gemeinde ab.
Massnahmen
In einem zweiten Teil sollte die Energieplanung konkrete Massnahmen aufzeigen. Neben allgemeinen Massnahmen zur Förderung von erneuerbarer Wärme, erneuerbarem Strom, Erhöhung der Effizienz von Gebäuden, sollte die Energieplanung auch Massnahmen enthalten, die die Gemeinde/Verwaltung selbst betreffen. Denn diese sollte ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. Ausserdem wir in einer umfassenden Energiplanung auch die Elektromobilität sollte abgedeckt.
Eine interaktive Karte, die darüber informiert, welche Gebiete der Gemeinde sich für welche Art der erneuerbaren Energie (z.B. Fernwärme) eignen, hilft Hausbesitzer:innen, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Mobilisiere weitere Menschen!
Willst du weitere Menschen dazu mobilisieren, sich für dieses oder andere Themen einzusetzen? Hier kannst du unser Kommunikationskit herunterladen.