Aktiv für eine nachhaltige Gemeinschaftsgastronomie

Möchtest du, dass deine Gemeinde eine nachhaltige Ernährung in Schulen, Kitas und anderen kommunalen Einrichtungen fördert? Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir dabei hilft, lokal etwas zu bewegen.

Erster Schritt: Die Situation in deiner Gemeinde verstehen

Jede Gemeinde hat eine andere Ausgangslage: Einige haben das Thema nachhaltige Ernährung noch gar nicht aufgegriffen, andere stossen auf politische, finanzielle oder strukturelle Hürden, während wieder andere schon sehr weit fortgeschritten sind.

Bevor du aktiv wirst, ist es daher unerlässlich, die Situation in deiner Gemeinde genau zu verstehen.

Wirf einen Blick auf die Karte und die Daten

Mit Hilfe von Freiwilligen haben wir öffentlich zugängliche Informationen für alle Schweizer Gemeinden mit mehr als 15'000 Einwohner:innen gesammelt. Basierend auf diesen Daten haben wir eine Bewertung erstellt. Sie zeigt dir, wie weit deine Gemeinde im Vergleich zu anderen ist und wie viel Handlungsbedarf noch besteht (siehe Skala).

Schau dir die Bewertungen, die Erklärungen zu den einzelnen Kriterien und die Bewertungsskala an, um zu verstehen, wo deine Gemeinde steht. Du möchtest mehr erfahren? Kontaktiere uns für weitere Informationen, weiterführende Quellen oder Unterstützung bei der Analyse deiner Daten.

Was tun, wenn es für meine Gemeinde keine Daten gibt?

Falls OK Klima noch keine Daten für deine Gemeinde hat, kannst du die Sache selbst in die Hand nehmen! Recherchiere selbst, wie die Gemeinschaftsgastronomie vor Ort verwaltet wird und ob sich deine Gemeinde bereits für mehr Nachhaltigkeit einsetzt.

Wo suchen?

  • Im Internet: Nutze gezielte Suchbegriffe wie nachhaltige Ernährung, Gemeinschaftsgastronomie, Beschaffung oder Schulverpflegung.
  • Auf der Website deiner Gemeinde: Schau dir die Rubriken zu den Themen Nachhaltigkeit, Ernährung oder Schule und Tagesbetreuung an. Dort lassen sich oft wertvolle Informationen finden.
  • In den Strategiedokumenten: Prüfe, ob es offizielle Dokumente gibt (z. B. Geschäftsbericht, Klimaplan, Nachhaltigkeitsstrategie usw.).

Brauchst du Hilfe bei der Suche? Melde dich ungeniert bei uns!

Frage bei deiner Gemeinde weitere Informationen an

Unsere Analyse hat ihre Grenzen, da sie ausschliesslich auf öffentlich zugänglichen Daten basiert – etwa von der Website der Gemeinde, aus politischen Vorstössen oder Strategiedokumenten. 

Womöglich tut deine Gemeinde bereits mehr, als sie öffentlich kommuniziert. Vielleicht kann sie auch genauer erklären, warum gewisse Massnahmen (noch) nicht umgesetzt werden können. Schreib deiner Gemeinde, um mehr zu erfahren!

Nutze unsere Vorlage für deine Anfrage

Schreibe deiner Gemeinde per E-Mail oder Brief: Nutze diese Vorlage und passe sie an die lokalen Gegebenheiten an.

Zweiter Schritt: Werde aktiv!

Sobald du dir einen Überblick über die Situation in deiner Gemeinde verschafft hast, ist es an der Zeit, dich einzubringen! Das Ziel? Konkrete Lösungen vorschlagen, um die Gemeinschaftsgastronomie deiner Gemeinde zu verändern. Ob allein oder in einer Gruppe – dir stehen verschiedene Hebel zur Verfügung, um die Behörden anzusprechen:

 

  • Schreiben an die Exekutive: Richte ein offizielles Schreiben an die Exekutive, um ihr deine Feststellungen und Erwartungen mitzuteilen. Dies kann ein guter Einstieg sein, um eine Diskussion zu eröffnen.
  • Dialog mit Parlamentsmitgliedern: Kontaktiere direkt Mitglieder der Legislative. Ein informeller Austausch bei einem Kaffee oder per gezielter E-Mail ist oft der beste Weg für den Anfang.
  • Der parlamentarische Vorstoss: Du kannst ein Ratsmitglied bitten, einen Vorstoss (z. B. Interpellation, Postulat oder Motion) einzureichen. Dies hilft, offizielle Informationen zu erhalten und die Debatten im Parlament voranzutreiben.
  • Die Petition: Mobilisiere deine Nachbarschaft, dein Umfeld oder deine Kolleg:innen! Eine Petition für eine nachhaltige und lokale Gemeinschaftsgastronomie zeigt, dass das Thema für die Einwohner·innen Priorität hat.

 

Du weisst nicht, wo du anfangen sollst? Wir können dir helfen, die wirkungsvollste Aktion auszuwählen, sie umzusetzen und dich mit Fachpersonen zu vernetzen. Kontaktiere uns und schildere uns deine Situation!

Weitere Ideen für dein Engagement

Ergänzend zu den Vorschlägen für eine nachhaltige Gemeinschaftsgastronomie kannst du auch unsere Aktionsbox erkunden. Sie enthält konkrete Ansätze, die dir dabei helfen, in deiner Gemeinde etwas zu bewegen.

Welche konkreten Forderungen stellen?

Das Hauptziel ist, dass die Gemeinde die öffentliche und halböffentliche Gemeinschaftsgastronomie mit biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt, vermehrt pflanzliche Gerichte anbietet und gleichzeitig die Lebensmittelverschwendung reduziert.

Um dies zu erreichen, solltest du deine Forderungen an die spezifische Situation deiner Gemeinde anpassen:

Nachhaltigkeitskriterien einführen

Falls deine Gemeinde noch keine Richtlinien für eine nachhaltige Verpflegung hat, kannst du dich dafür einsetzen, dass solche Kriterien verankert werden. Nutze bestehende Chartas und Leitfäden als Vorlage und fordere deine Gemeinde auf, diesen beizutreten oder sich von ihnen für noch ambitioniertere Ziele inspirieren zu lassen.

Ressourcen:

Finanzielle Mittel mobilisieren

Falls finanzielle Hürden angeführt werden, fordere deine Gemeinde dazu auf, die Ressourcen für die Gemeinschaftsgastronomie aufzustocken, damit diese ihren ökologischen Ambitionen entsprechen.

Regionale Kreisläufe fördern

Die Gemeinden können die Entwicklung lokaler Infrastrukturen (z. B. Logistikplattformen, oder Verarbeitungszentren) unterstützen, um die Branche zu strukturieren. Um die Verbindung zwischen Bio- und Regionalproduzent:innen und den Einkäufer:innen der Gemeinschaftsgastronomie zu erleichtern, entstehen logistische und digitale Plattformen wie D-Clic oder Bella Bio.Die Stadt Meyrin hat sich ebenfalls am Bau einer Bio-Gemüseverarbeitung (auf FR) auf ihrem Gemeindegebiet beteiligt, um ihre Kantinen mit Bio-Produkten aus der lokalen Landwirtschaft zu versorgen.

Ausbildung und Sensibilisierung 

Die Sensibilisierung von Kindern und anderen Gästen für vegetarische oder vegane Mahlzeiten sowie für biologische, regionale und saisonale Produkte ist entscheidend, damit diese Menüs akzeptiert werden. Gleichzeitig muss das Küchenpersonal unterstützt und geschult werden, um schmackhafte vegetarische, biologische und lokale Menüs zu kreieren. Organisationen wie GastroFutura bieten bereits spezifische Weiterbildungen zu diesen Themen an.

Mobilisiere weitere Menschen!

Willst du weitere Menschen dazu mobilisieren, sich für dieses oder andere Themen einzusetzen? Hier kannst du Vorlagen für Plakate und Flyer herunterladen.