Gemeinsames Handeln

Sich durch individuelle Aktionen für den Klimaschutz einzusetzen, ist auf jeden Fall sinnvoll, aber um echte Veränderungen zu erreichen, ist es unerlässlich, gemeinsam zu handeln. Zusammen verfügen wir über die Kraft, die Ressourcen, die Ideen und die Beharrlichkeit, die nötig sind, um die systemischen Veränderungen herbeizuführen, die zur Begrenzung der globalen Erwärmung und ihrer Auswirkungen nötig sind. Dafür ist es wichtig, als Gruppe effizient zusammenzuarbeiten, unsere Rollen klar zu definieren und uns gegenseitig zu unterstützen... Hier zeigen wir dir wie!

Finde Gleichgesinnte!

Um sich wirksam engagieren zu können, ist es wichtig, andere Menschen zu finden, die denselben Handlungsbereitschaft teilen.

Was gibt es in deiner Nähe?

Vielleicht gibt es dort, wo du lebst, bereits aktive Gruppen, denen du beitreten könntest. Sich in einer bestehenden Gruppe zu engagieren, werden deren Aktionen gestärkt und ihre Wirkung erhöht. Je mehr Unterstützung ein Kollektiv hat, desto mehr Gewicht hat es, um Entscheidungen zu beeinflussen und konkret etwas zu bewegen. Sich einer Gruppe anzuschliessen bedeutet auch, von der Erfahrung und dem Wissen zu profitieren, das sie bereits gesammelt hat, sowie von der kollektiven Unterstützung. Bevor du also etwas Neues gründest, nimm dir die Zeit, herauszufinden, was es in deiner Nähe bereits gibt. Du kannst auch im Internet recherchieren, vielleicht findest du Gruppen, die wir noch nicht kennen.

Eine neue Gruppe gründen!

Wenn es an deinem Wohnort noch keine Gruppe gibt oder wenn du eine aktive Gruppe gründen möchtest, die sich von den bereits bestehenden unterscheidet, zum Beispiel mit einem spezifischen Schwerpunkt, der von anderen Gruppen noch nicht behandelt wird, kannst du nach Leuten suchen, die Lust haben, das gemeinsam mit dir zu tun. Du kannst in deinem Umfeld darüber sprechen, Veranstaltungen zum Thema Klima besuchen und dort mit Leuten darüber diskutieren oder einen Beitrag auf Social Media posten. Sobald sich ein paar Leute dir angeschlossen haben, könnt ihr gemeinsam die nächsten Schritte angehen.

Ein gemeinsames Ziel finden

Es ist wichtig, ein klares Ziel zu definieren, dass das Engagement der Gruppe leitet. Dies gibt den Massnahmen eine Richtung vor, sorgt für Kohärenz bei den getroffenen Entscheidungen und erleichtert zudem die Kommunikation nach aussen. Anschliessend ist es wichtig, die Forderungen der Gruppe im Hinblick auf ihr Ziel zu definieren.

Um Forderungen zu formulieren, könnt ihr zunächst herausfinden, wo und auf welcher Ebene ihr handeln könnt und wollt. Eine Möglichkeit ist, sich auf der OK Klima Karte über die Klimapolitik der eigenen Gemeinde und über die Bereiche, die verbessert werden können, zu informieren.

Du kannst dir auch unsere Seite mit verschiedenen Schwerpunktthemen und den dazugehörigen Forderungen anschauen, um dein Engagement auf die Themen auszurichten, die dir am meisten am Herzen liegen und bei denen es in deiner Gemeinde noch ungenutzte Ansatzpunkte gibt.

Die Struktur und Arbeitsweise der Gruppe festlegen

Sobald sich die Gruppe zu bilden beginnt, ist es wichtig, über ihre interne Organisation nachzudenken. Eine minimale Struktur ist notwendig, um Kontinuität zu gewährleisten, Spannungen zu vermeiden und ein wirksames Handeln zu ermöglichen. Es gibt nicht das eine ideale Modell. Die gewählte Form hängt von euren Zielen, dem Engagement der Mitglieder und der Art der geplanten Aktionen ab.

  • Das informelle Kollektiv ist oft die einfachste und zugänglichste Form, um sich zu organisieren. Es erfordert keine besonderen administrativen Schritte und ermöglicht es, schnell Aktionen zu starten. Diese Form eignet sich besonders für Gruppen, die sich mobilisieren möchten, ohne sich sofort auf eine formelle Struktur festzulegen.
  • Der Verein stellt eine stärker strukturierte und rechtlich anerkannte Form dar. Er erfordert in der Regel die Ausarbeitung von Statuten, die Einrichtung von Organen wie einer Mitgliederversammlung und einem Vorstand sowie eine formelle Aufteilung der Zuständigkeiten. Diese Struktur verleiht dem Verein gegenüber bestimmten Institutionen eine erhöhte Legitimität, insbesondere bei der Beantragung von Finanzmitteln, der Organisation von Grossveranstaltungen oder der Zusammenarbeit mit Institutionen. Ein Verein erfordert zudem einen höheren administrativen Aufwand. Die Entscheidung für einen Verein bedeutet oft, dass die Gruppe ihre Aktivitäten langfristig ausrichten und einen solideren organisatorischen Rahmen aufbauen möchte.

Unabhängig von der gewählten Form ist es unbedingt notwendig zu klären, wie die Gruppe konkret funktioniert. Dies betrifft die Art und Weise, wie man sich trifft und wie Entscheidungen getroffen und kommuniziert werden - sowohl intern als auch extern.

Wann soll man sich treffen?

Es ist wichtig, gemeinsam zu entscheiden, wie oft sich die Gruppe trifft. Manche Gruppen treffen sich in regelmässigen Abständen. Diese Regelmässigkeit sorgt für Kontinuität, ermöglicht es, den Arbeitsfortschritt zu verfolgen und erhält die Gruppendynamik aufrecht. Sie erleichtert zudem das Vorausplanen künftiger Massnahmen und fördert den persönlichen Austausch sowie Freundschaften, die aus diesem gemeinsamen Engagement entstehen können. Zu häufige oder schlecht vorbereitete Treffen können jedoch ineffizient und demotivierend wirken. Sich hingegen nur zu treffen, wenn dringende Entscheidungen anstehen, kann unnötige Treffen vermeiden, aber auch den Zusammenhalt schwächen und den Fortschritt verlangsamen. Ein gutes Gleichgewicht besteht darin, gemeinsam die nächsten Schritte und anstehenden Entscheidungen zu definieren und die Treffen dann entsprechend diesen Bedürfnissen zu organisieren. Wenn im Voraus eine Traktandenliste (eine Liste der zu besprechenden Punkte) verschickt wird, wissen alle, warum das Treffen stattfindet, und sie können sich darauf vorbereiten. Dies macht den Austausch effizienter und respektvoller.

Wie werden Entscheidungen getroffen?

Die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden, hat einen starken Einfluss auf das Vertrauen und den reibungslosen Ablauf der Aktivitäten innerhalb der Gruppe. Es ist daher wichtig, einen klaren Prozess festzulegen: Werden Entscheidungen mit Mehrheit getroffen? Durch Konsent? Durch Konsens? 

Unabhängig vom gewählten Modell ist es entscheidend, dass jede Person gleichberechtigt mitwirken kann.

Es ist sinnvoll, auf die Verteilung der Redezeit zu achten: Fühlen sich alle wohl genug, um sich zu äussern? Nehmen bestimmte Stimmen mehr Raum ein als andere? Werden abweichende Meinungen wirklich angehört? Aufmerksames Zuhören stärkt langfristig die Motivation und den Zusammenhalt der Gruppe.

Wie werden die Entscheidungen umgesetzt?

Nun gilt es, zur Tat zu schreiten. Daher ist es wichtig, nach jeder Sitzung zu klären, wer welche Aufgaben übernimmt.

Die Gruppe kann sich dafür entscheiden, die Verantwortlichkeiten auf feste Rollen zu verteilen (Kommunikation, Logistik, Koordination, Finanzen usw.) oder je nach den durchzuführenden Massnahmen vorübergehende Zuständigkeiten festzulegen. Die Rollen können auch rotieren, um die Arbeitslast zu verteilen und die Kompetenzen mehrerer Personen zu fördern.

Wichtig ist, dass jede Entscheidung mit einer klaren Aufgabenverteilung und einem Zeitplan mit Fristen einhergeht, die den zeitlichen Ressourcen der Mitglieder entsprechen. 

Wie kommuniziert man innerhalb der Gruppe?

Für die interne Kommunikation kann es sinnvoll sein, eine Gruppe auf einer Messaging-Plattform (Telegram, Signal, WhatsApp oder andere) einzurichten, um den schnellen Austausch zu erleichtern. Je nach Grösse der Gruppe können thematische Untergruppen (Kommunikation, Veranstaltungen, Lobbyarbeit usw.) gebildet werden, damit alle Personen in jenen Bereichen kommunizieren können, in denen sie tätig sind. Es ist ebenfalls ratsam, bestimmte wichtige Dokumente in einem gemeinsamen, für alle zugänglichen Bereich zu zentralisieren.

Wie kommuniziert man nach aussen?

Die Kommunikation nach aussen kann wichtig sein, um Aktionen sichtbar zu machen und das Netzwerk zu erweitern. Die sozialen Medien können dafür ein wirksames Instrument sein. Einer Instagram-Seite (oder einer anderen relevanten Plattform) für eure lokale Gruppe ermöglicht es, Aktivitäten, Veranstaltungen und Stellungnahmen zu teilen. Ihr könnt anderen aktiven Gruppen in demselben Bereich in den sozialen Netzwerken folgen, um über deren Initiativen auf dem Laufenden zu bleiben und eventuelle Kooperationen zu erleichtern.

Die Kommunikation muss jedoch nicht (nur) digital erfolgen. Gedruckte Materialien (Flyer, Plakate, Broschüren) ermöglichen es, Menschen zu erreichen, die nicht in den sozialen Medien aktiv sind. Diese Materialien können an dafür vorgesehenen öffentlichen Orten aufgehängt, in Cafés aufgelegt oder bei Veranstaltungen verteilt werden.

Einen Aktionsplan festlegen

Um ihr Ziel zu erreichen, muss sich die Gruppe auf die zu ergreifenden Massnahmen einigen und diese organisieren. Es gibt zahlreiche mögliche Aktionen. Im folgenden Abschnitt geben wir dir einige Anregungen.